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Reisen - Siebenbürgen / Reisebericht
Fotos und Texte: Roland Bader
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Viele Fragen gingen mir durch den Kopf, so kurz vor dem Start zu meiner Reise nach Siebenbürgen. Immer wieder wurde ich von freunden und bekannten auf die Gefahren in Rumänien hingewiesen, nur kannten diese das Land auch nur vom Hörensagen. Ich wollte mir diesen Traum aber auf jeden Fall erfüllen und so ging es los. Vorbei an Baustellen führte die erste Etappe bis Wien. Nachdem ich die Ungarische Grenze passiert hatte fielen mir sofort die unzähligen Werbetafeln in Übergröße entlang der Autobahn auf. Der Weg um Budapest herum war hingegen nicht so toll beschildert, was mir eine Fahrt durch die Stadt einbrachte. Die zweite Nacht verbrachte ich auf einem Campingplatz in Rumänien. Nachdem ich rund 1500 Kilometer zurückgelegt hatte, öffnete sich am Abend des dritten der Blick auf Siebenbürgen.
Endlich in Siebenbürgen angekommen.
Die erste Station war die Universitätsstadt Klausenburg. Vorbei an heruntergekommen, teils noch nicht fertig gestellten Plattenbauten, führt mein Weg in Richtung Zentrum. Dort eröffnete sich mir der Reiz dieser Stadt. Die Straßen waren Menschen bevölkert die eifrig ihren Arbeiten nachgingen. Die Orthodoxe Kirche war mein erstes Ziel in der Stadt. Prunkvoll mit Gold überladen hielten die Menschen hier inne um zu beten. Beeindruckend durch ihre Größe bildet die Michaelskirche das Zentrum der Stadt. Schlicht im Inneren gehalten.
Nachdem ich Klausenburg wieder verlassen hatte, kehrte ich an den Platz zurück, an welchem ich am Vortag die Nacht verbrachte. Bei dem abendlichen Spaziergang wurde ich noch von Schafbauern eingeladen ihren Hof zu besichtigen und die selbst erzeugten Produkte zu kosten. Eine mit Händen und Füßen geführte Unterhaltung dauerte bis spät in die Nacht.
Nun ging es weiter in Richtung Norden. Der selben Route folgend, welche auch Bram Stokers Romanfigur „Jonathan Harker“ nach Bistritz genommen hatte. Bevor ich aber Bistritz erreichte, hielt ich in Burglos an. Der Bauernmarkt bot die Gelegenheit den Reiseproviant durch frische Produkte aufzustocken. Im Nahe gelegenen Park formierten sich rumänische Trachtengruppen für einen Wettbewerb.
In Bistritz fand ich nun die ersten Spuren des Vampiergrafen Dracula. Das Hotel Krone, welches es zur Zeit von Bram Stoker noch nicht gab, war von Touristikern als großes Dreisterne Haus gebaut worden, auch ein eigener Jonathan Harker Saloon wurde eingerichtet, Dracula-Land lässt Grüßen. Bistritz selbst erlebte ich als kleine Stadt mit freundlichen Menschen, wobei vom alten Bistritz nicht mehr viel übrig ist. Von der alten Stadtmauer steht lediglich ein Stück mit dem Fassbinderturm. Die schönen Zunfthäuser der Siebenbürger Sachsen sind aber auch Heute noch in gutem Zustand.
Von Bistritz aus führte die Route hinauf auf den Borgopass. Aber nicht zerklüftete Gebirgsformationen sondern sanfte Hügel mit dichten Nadelwäldern und saftigen Almwiesen prägten das Bild der Waldkarpaten. Erstaunt hielt ich kurz vor der Passhöhe bei einem doch sehr geschmacklosen Schild am Straßenrand an, „Schlosshotel Dracula – 2 Kilometer“ war darauf zu lesen. Nach der nächsten Kurve war der Bau dann auch schon zusehen.
Rumänische Trachtengruppen in Burglos.
 
Das Hotel Dracula übersieht der Reisende auch ohne dieses geschmacklose Hinweisschild nicht.
Ganz in das Konzept des Draculalandes passend hatten hier rumänische und amerikanische Touristiker der Wirklichkeit nachgeholfen. Denn ein Vampierschloss gibt es am ganzen Borgopass nicht.
Nach einem kurzen Abstecher in die Bukovina, kehrte ich bei Lazarea wieder nach Siebenbürgen zurück. Lazarea liegt im Szeklerland und die im Ort bevindliche Burg wurde von der adeligen Szeklerfamilie Lazar erbaut die auch dem Ort den Namen gab. Neben den Ungarn und Siebenbürger Sachsen waren die Szekler die dritte Bestimmende Macht in Siebenbürgen.
Bei Praid erreichte ich wieder die Hauptroute in Richtung Schäßburg. Nach einer Weitern Nacht, die ich in einem Feld neben der Hauptstraße verbrachte folgte ich einem schmalen Schotterweg, an dessen Ende befindet sich der typisch siebenbürgisch-sächsiche Ort Manirsch. Idyllische gelegen war hier die Zeit stehen geblieben, weder Lärm noch Hektik störten das Bild.
Ein ganz anders Bild hingegen bot mir Schäßburg, hier spürte ich wieder die Hektik einer Stadt. Schäßburg gilt als vollständigster mittelalterlicher Gebäudekomplex Rumäniens und ist eine der schönsten bewohnten Burgen Europas. In Schäßburg stieß ich nun wieder auf den Namen Dracula, dieses Mal in er Person des Vlad III Tepesch, der als Pfäler in die Geschichte einging.. Um aus dem Namen Kapital zu schlagen wurden auch hier die Fakten
Kronstadt befindet sich eindeutig im Aufschwung.
verändert. Vlad III wurde zwar in Schässburg geboren, wo genau ist aber nicht bekannt. Das angebliche Geburtshaus, in welchem sich Heute ein Restaurant befindet wurde erst später erbaut.Von hier ab folgte ich der Haupstraße, vorbei an Klosdorf, Hamruden und weiteren Orten, nach Kronstadt, der Hauptstadt Siebenbürgens. Brasov, wie Kronstadt auf rumänisch bezeichnet wird befindet sich eindeutig im Aufschwung, in keiner anderen Stadt Siebenbürgens ist dies so spüren als hier. Die Hektik begann bereits am Stadtrand, die mehrspurigen Straßen waren ebenso strak befahren wie in Städte des Westens. Kronstadt ist aber auch Tourismushochburg, die Altstadt ist hergerichtet und Sicherheitspersonal sorgt für Ordnung. Während in den anderen Orten und Städten die Menschen noch freundlich und zuvorkommend sind regiert in Kronstadt der schnöde Mammon.
Nach dem hektischen Stadtleben genoss ich einen Ausflug in die Natur. Zwei Stunden wanderte ich durch die Wälder der Karpaten, bis ich den Canyon der „Sieben Treppen“ erreichte. Hier bahnte sich ein Gebirgsbach seinen Weg über sieben Wasserfälle. Damit die Wanderer auch durch die Enge Schlucht gelangen wurden Eiserne Streben in den Fels getrieben und die Stege durch Leitern miteinander verbunden.
Eine Enttäuschung war die Törzburg. Von Außen machte der Bau wirklich etwas her, aber von innen wurde der Bau komplett mit Kitsch zugestellt. Auch hier wurde das Konzept des Dracula Landes knall Hart umgesetzt. Als Draculaschloss wird die Törzburg vermarktet, obwohl der Vampierfürst über 200 Kilometer weiter im Norden sein Unwesen trieb und Vlad III nie einen Fuß in den Bau gesetzt hatte. Zu allem übel wurde mir auch noch die Kamera abgenommen, aber erst nachdem ich eine Eintrittskarte
Die mächtigen Südkarpaten türmen sich bis zu 2500 Meter hoch auf.
 
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