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Reisen - Siebenbürgen / Reisebericht
Fotos und Texte: Roland Bader
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gekauft hatte. Fotografieren Verboten hieß es, die anderen Besucher der Törzburg filmten und fotografierten aber munter drauf los.
Als nächstes stand ein Besuch der Bauernburg von Rosenau auf meine Programm. Diese ist wirklich ein imposantes Bauwerk. Vom Deutschen Ritterorden erbaut und mit starken Ringmauern, sowie Speck und Kornkammern ausgestattet, kann der Besucher auch heute noch in die Welt der Ritter und Bauern eintauchen. Die freundliche Dame am Eingang verlangte lediglich den Eintrittspreis und einen geringen Beitrag für die Fotoerlaubnis. Nach einem Zwischenstopp in Fagarasch ging es in ein weiters mal in die Karpaten. Über 2500 Meter erheben sich die mächtigen Südkarpaten, wobei die Passhöhe der Straße auf rund 2200 Metern lag. Den nächsten Campingplatz erreichte ich in Kerz.
Die Abstizienser errichteten in Kerz eine Abtei.
Dieser war jedoch zweitranging. Viel interessanter waren die Überreste der ältesten und südlichsten Abstizienser Abtei Südosteuropas.
Auf dem Weg nach Hermannstadt stattete ich dem ehemaligen Sommersitz des Baron Samuel von Bruckental in Freck einen kurzen Besuch ab. In dem einstmals prächtigen Anwesen war bereits Kaiserin Sissi zu Gast. Heute ist darin ein Sanatorium untergebracht.
Wie schon Prinz Charles bei seinem Besuch bemerkte, ist Hermannstadt wirklich eine sehr poetische Stadt. Hier findet sich siebenbürgische Kultur auf den Straßen und die meisten Geschäfte der Altstadt werden von deutschen Händlern betrieben. Andererseits ist Hermannstadt seit Jahrzehnten vom Zerfall bedroht, dieser soll aber mit Hilfe der UNESCO gestoppt werden.
Von Herrmannstadt aus führte meine Route noch einmal zurück nach Schäßburg. Die Kirchenburgen von Wurmloch, Meschen und Birthälm lagen dabei auf meinem Weg. Die Stolzenburg wurde zu meinem erstaunen noch bewohnt. Obwohl das Gemäuer nur noch eine Ruine ist hatte sich ein Rumäne einen Teil als Wohnung hergerichtet. Der Burghüter in Wurmloch hatte mir viel zu erzählen, aus vergangenen, besseren Tagen.
In Meschen befindet sich eine der gewaltigsten Anlagen, mit einer
Prinz Charles bezeichnete Herrmannstadt als "poetisch".
der größten Kirchen. Der Torturm wird Heute noch als Speckkammer genutzt. Auch hier gilt das Interesse des britischen Thronfolgers. Von den Menschen des Ortes wurde ich freundlich empfangen. Auch wurde mir ohne weiteres erlaubt mich auf dem Gelände frei zu bewegen und zu fotografieren wo und was ich wollte.
Der Markt in Mediasch bot mir ein weiteres mal die Möglichkeit meine Vorräte aufzustocken. Das bunte Treiben war eine farbenfrohe Abwechslung. Leider wurde mir auch hier das Fotografieren in der Kirche nicht gestattet. Der zuständige Prister hatte ebenfalls keine Zeit, er müsse jetzt ausruhen, das er bald eine Taufe habe, wurde mir mitgeteilt.
Der alte Bischofssitz Birthälm befindet sich mitten im Ort und ist fest in rumänischer Hand. Hauptsache das Eintrittsgeld wird bezahlt, dass die Kirchenburg in einer halben Stunden bereits geschlossen wird und Kirche um diese Zeit nicht mehr besichtigt werden konnte, hielt niemand für nötig den Besuchern mitzuteilen.
An Schäßburg vorbei ging es wieder in Richtung Süden. Diesesmal bog ich aber bei Reps von der Hauptstraße ab und fuhr nach Deutsch-Weißkirch. Der Burghüter war sichtlich erfreut als ich ihm mein Interesse an seiner Kirchenburg mitteilte. Die Korn- und Speckkammern waren bis nach dem Umbruch 1989 in gebrauch.
Die letzten beiden Station in Siebenbürgen waren der Friedhof von Urwegen und die Kirchenburg von Kelling. Vorbei an gut bestellten Feldern erreichte ich Urwegen am späten Nachmittag. Ein freundliche ältere Dame händigte mir den Schlüssel aus welcher das Schmiedeeiserne Tor zum Friedhof öffnete.
Die ehemalige Adelsburg des Grafen Kelling wird ebenfalls von Rumänen in stand gehalten. Dass die Kirchenburgen der Siebenbürger Sachsen eine gute Einnahmequelle sind wurde auch hier erkannt.
Am Ende dieser Reise standen viele tolle Erinnerungen, Erinnerungen an ein Land mit freundlichen Menschen mit großer
Der alte Bischofsitz in Birthälm.
 
Im Innenhof der Kirchenburg von Deutsch-Weiskirch.
Kultur. In ihrer Einfachheit haben sich die Siebenbürger Sachsen ihre Bräuche und Sitten bewahrt. Bleibt nur die Frage wie lange dies noch so bleibt, bevor das Sachsentum in Siebenbürgen ausstirbt, denn die Massenflucht hat die Deutsche Bevölkerung Siebenbürgens stark ausgedünnt.
 
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