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| Reisen - Insel Amrum / Reisebericht |
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| Recht umständlich war die Anreise nach Amrum. Während der Flug von München nach Westerland auf Sylt lediglich eine Stunde dauerte, war die Weiterreise sehr zeitaufwendig. Als Ortsunkundiger bestieg ich am Flughafen ein Taxi und dachte mir: „Es kann ja so teuer nicht sein, wenn ich mich gleich zum Fähranleger nach Hörnum bringen lasse.“ Dieser Gedanke war jedenfalls falsch, die Fahrt kostete mich sage und schreibe 30 Euro. Am Anleger angekommen ging ich in den Pavillon der Reederei, um mir das Ticket für die Fähre zu besorgen. Sylt – Amrum und zurück, knapp 29 Euro. Als ich bezahlte, sah die freundliche Dame aus dem Fenster und meinte: „Schade, jetzt haben Sie die Fähre verpasst, die legen gerade ab.“ Also hieß es warten, bis die Adler-Express um 17.15 Uhr zur zweiten Überfahrt nach Amrum ablegte. Wegen eines technischen Gebrechens |
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| Im Hafen von Hörnum auf Sylt. |
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verschob sich diese Fahrt um eine halbe Stunde. Den Nachmittag verbrachte ich mit Spaziergängen in der Nähe des Hafens und der Jagd mit meinem Teleobjektiv auf Möwen.
Um 18.45 Uhr stand ich dann auf dem Anleger in Wittdün auf Amrum und laut Fahrplan hätte ich noch eine Stunde auf den Bus warten müssen. Drei Damen und ein Kind waren außer mir noch auf dem Kai und überlegten, wie sie wohl weiterkommen würden. Als eine Taxe vorbeikam, beschlossen wir, uns dieses zu teilen, der Taxler lud uns ein und verteilte uns in den Orten, sodass ich gegen 19 Uhr im Hotel angekommen war. |
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Am nächsten Morgen machte ich mich auf den Weg durch die Dünen zum Strand. Die Dünenlandschaft wirkte doch etwas fremd auf mich, anders als erwartet, aber in positivem Sinn. Ich fühlte mich teilweise wie in den Bergen, nur dass es eben nicht Fels, sondern Sand war, der die höchsten Erhebungen wie Berggipfel in die Höhe ragen ließ. Der erste Besuch am Strand war ebenfalls beeindruckend. Nachdem gegen Mittag die Wolken immer dichter wurden, kehrte ich nach Norddorf zurück. Während der zwei Wochen Aufenthalt auf Amrum führte mich der Weg immer wieder in die Dünen hinaus. Auch der Strand bot unzählige Motive. An zwei Stellen in den Dünen sind frühzeitliche Funde zu sehen, leider sind diese mittlerweile stark versandet, sodass man schon einiges an Fantasie braucht, um sie zu erkennen und sich vorzustellen, wie diese einmal ausgesehen hatten.
Eine tolle Sache sind die täglichen Führungen im Vogelschutzgebiet Amrum-Odde. Der Vogelwart versteht es auf humorvolle Art, den Menschen die Welt der Vögel näher zu bringen und Einblicke in deren Verhalten zu geben. Wie überall sonst auch wurde darauf hingewiesen, dass man den Tieren absolut nichts Gutes tut, wenn sie gefüttert werden.
Auch die Orte der Insel haben einiges zu erzählen. In Norddorf fiel mir auf, wie gepflegt der ganze Ort ist. Überall sind die Einwohner darauf bedacht, ihre Gärten in Schuss zu halten. Auch der große Platz im Zentrum wirkt einladend, sich in einen der aufgestellten Strandkörbe zu setzen. Hier entsteht der Eindruck, dass die Welt noch in Ordnung ist. Auffallend ist auch, dass es keine Bettenburgen gibt, lediglich kleine Hotels oder Pensionen. Das erste Haus am Platz ist das Vier-Sterne-Haus „Hüttmann“, welches sich aber ebenfalls harmonisch in das Gesamtbild |
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| Treffpunkt für die Führung durch das Vogelschutzgbiet. |
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| einfügt. In Norddorf befindet sich auch das Kino der Insel. Leider fehlte mir doch die Zeit, um mir einen Film anzuschauen. Nur einige Kilometer entfernt erreichte ich Nebel. Obwohl der Ort erst nach Nord- und Süddorf |
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| entstanden ist, finden sich heute die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Nebel. Als ich von Norddorf kommend den Ort erreichte, war der Kirchturm der St. Clemenskirche das zentrale Objekt. Vorbei an den typischen Friesenhäusern, welche noch immer mit Ret gedeckt werden, suchte ich mir den Weg zur Kirche. Gleich als ich den Friedhof betrat, fielen mir links neben dem Eingang die besonderen Grabsteine und das Heldendenkmal auf. Diese Grabsteine sind eine Besonderheit, sie werden auch als sprechende Grabsteine bezeichnet. Aufwendig gearbeitet erzählen diese noch heute über das Leben des Menschen, für welchen der Stein gefertigt wurde. Wenn man bedenkt, dass die Schrift nicht in den Stein gemeißelt wurde, sondern erhaben ist, also der Stein um die Schrift entfernt wurde, kann sich jeder vorstellen, dass sich so einen Stein nur Wohlhabende leisten |
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| Mit Ret gedecktes Friesenhaus in Nebel. |
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| konnten. Die Steine selbst stammen auch nicht von Amrum, sondern mussten vom Festland oder der Insel Föhr auf die Insel transportiert werden. Einer der wichtigsten dieser Steine ist jener von Hark Olufs. Er war als 16-Jähriger in maurische Gefangenschaft geraten und als Sklave nach Algier verkauft worden. |
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Dort brachte er es vom Pflaumenpflücker bis zum Schatzmeister. Nach zwölf Jahren gelang es Hark Olufs freizukommen und nach Amrum zurückzukehren. Mit 46 Jahren starb er als reicher Mann.
Das Innere der Clemenskirche erinnerte mich stark an die Kirchen in Siebenbürgen. Genau der gleiche Baustil. Als Besonderheiten sind in der Kirche das Taufbecken aus dem 13. Jahrhundert und die geschnitzte Apostelreihe aus dem 14. Jahrhundert zu erwähnen. Im Gegensatz zu anderen Kirchen wurde in der St. Clemens die Orgel im Altarraum untergebracht.
Die nächste Station war für mich die alte Windmühle. Der „Erdholländer“ wurde 1771 gebaut und bis 1964 genutzt. Heute ist in der Mühle ein kleines, aber nicht wenig interessantes Museum beheimatet. Richtig herausgeputzt wird die Mühle zum Mühlentag. Mit Fahnen geschmückt rückt die Mühle ins zentrale |
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| Großes Fest zum deutschen Mühlentag. |
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Interesse. Um die Mühle wird dann gefeiert und der Trachtenverein tanzt mit den schönen Friesentrachten auf. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist ein kleiner Friedhof zu sehen, der sich beim Näherkommen als Friedhof der Namenlosen entpuppt. Hier liegen all jene begraben,die über die Jahrhunderte von der Nordsee oder dem Wattenmeer auf die Insel gespült wurden. Die kleine Anlage ist liebevoll hergerichtet, um den Toten eine angemessene letzte Ruhestätte zu sein.
Ein weiteres Museum ist im Öömrang Hüs untergebracht. Dieses erzählt die Geschichte von Amrum von der Frühzeit bis heute. Ein besonderes Erlebnis für Brautpaare ist die Hochzeit im Öömrang Hüs. Für diese Anlässe steht ein eigener Raum zur Verfügung. Das Museum ist für die Dauer der Trauung für Besucher gesperrt. „Es wird geheiratet. Bitte nicht stören“, ist dann am Zaun zu lesen.
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Amrum-Tourismus
Die zentrale Fremdenverkehrs-einrichtung der Insel informiert über Unterkünfte, Veranstaltungen und viele nützliche Informationen für Touristen. |
Hotel Meeresbrise
Nichtraucherhotel auf der Insel Amrum in Norddorf, Zimmer mit Dusche Toilette WC TV und Telefon. Großes Frühstücksbuffet am morgen. |
Windmühle
Der Verein zur Erhaltung der Amrumer Windmühle e.V. berichtet über die Geschichte und beschreibt die Technik der Mühle. |
Adler Schiffe
Fahrplan und Routen der Personenfähren im Nordfriesischen Wattenmeer. |
Wyker Dampschiffs-Rederrei
Betreiber des Fährverkehrs zu den Inseln Föhr und Amrum sowie zu den Halligen Langeneß und Hooge. |
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