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Reisen - Cinque Terre / Reisebericht
 
Fotos und Texte: Roland Bader
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Die Idee den Nationalpark Cinque Terre zu besuchen kam durch ein E-Mail von Günter Kramarcsik, der als Obmann des VÖAV-Landesverbandes eine Reise an die Ligurische Küste ausgeschrieben hatte. Ein Kurztrip, welchen ich nicht bereut habe.
Die Anreise erfolge mittels Bus nach La Spezia, wo wir eigentlich den Sonnenaufgang fotografieren wollten. Daraus wurde aber nichts, da sich der Himmel in tiefsten Grautönen zeigte. Dennoch gelang es, einige Morgenstimmungen einzufangen. Gegen Mittag lockerte die Bewölkung auf. Gerade rechtzeitig für die Fahrt nach Portovenere welches wir mit dem Schiff nach knapp einer Stunde erreichten.
Der Ort Portovenere, mit seiner eigenwilligen Architektur, versprüht einen ganz eigenen Charm. Die bis zu sieben
Morgenstimmung in La Spezia.
Stockwerke hohen schmalen „Hochhäuser“ nahmen uns sofort gefangen. Auch die Festung von Portovenere bot unzählige Motive. Nach einem guten Mittagessen, welches nicht gerade als günstig bezeichnet werden kann, ging es wieder zurück auf das Schiff und weiter in den Nationalpark Cinque Terre.
Das Anlegen der Schiffe in den Orten gestaltete sich sehr abenteuerlich, ließen die Wellen den Bug doch ganz ordentlich auf und ab schwanken. Dies hatte wiederum zur Folge, dass das Besteigen oder Verlassen des Schiffes nicht so einfach war.Vorbei an den Fünf Dörfern kamen wir am späten Nachmittag nach Monterosse al Mare. Dort nahm uns der Bus wieder auf und brachte uns zum Hotel.
Untergebracht waren wir in einem kleinen Hotel in Moneglia. Das Hotel Maggiore ist durchaus empfehlenswert. Gute Küche, freundliches Personal und saubere Zimmer zeichnen diesen Familienbetrieb aus.Am nächsten Morgen ging es mit dem Zug in den Nationalpark nach Corniglia. Der Ort liegt hoch über dem Meer ist aber ohne größere Anstrengung zu erreichen. Die engen Gassen waren bereits ziemlich überlaufen. Die Kulisse welche die bunten Häuser boten entschädigte allerdings. Auch der Ausblick war sagenhaft. In den kleinen Geschäften wurden Souvenirs aller Art angeboten. Von Corniglia machten wir uns dann zu Fuß auf den Weg nach Vernazza. Der Weg ist zwar gut angelegt verlangt aber dennoch einiges an Kondition. Wir staunten auch nicht schlecht über das Schuhwerk mit welchem der Großteil der Touristen diese doch anstrengende Wanderung bewältigten. Von Halbschuhen bis Flipflops war alles zu sehen. Zu den anstrengenden Treppen, mit denen Anstiege überwunden wurden, kam noch hinzu, dass der Wanderweg dermaßen überlaufen war, dass es problematisch war, stehen zu bleiben, um Fotos zu machen. Ein Stativ auf zu bauen konnten man komplett vergessen. Auch waren einige Wanderer eher ungehalten, wenn sie für kurze Zeit stehen bleiben mussten.
Vernazza als von Touristen Überlaufen zu bezeichnen trifft die
Die "Hochhäuser" von Portovenere.
 
Mit dem Boot geht es von Dorf zu Dorf.
Tatsachen nicht annähernd. Es war sogar auf der breiten Hauptstraße nicht möglich angenehm voranzukommen. In den Gassen kam der Besucherstrom fast komplett zum Erliegen. Dennoch gelang es dem Ort, uns zu verzaubern. Im Gegensatz zu Corniglia war Vernaza direkt am Meer errichtet und in eine enge Bucht hinein gebaut worden. Über steile enge Treppen wurden die höher gelegenen Häuser zugänglich gemacht. Auf dem Wellenbrecher, der mit großen Felsbrocken vor dem Hafen aufgebaut wurde, tummelten sich sonnenhungrige Menschen. Im Ort war es auch
nicht mehr möglich sich in Restaurant zu setzen, da diese um 15 Uhr geschlossen wurden. Die kleine Gruppe der ich mich angeschlossen hatten beschloss auf den zweiten Teil Wanderung von Vernazza nach Monterosso al Mare zu verzichten und stattdessen die Strecke mit dem Zug zurück zu legen.
Am Bahnhof von Vernazza ging es nicht weniger Hecktisch zu als im Ort selbst. Nur mit viel Glück und der Hilfe eines Fotokollegen aus Landeck gelang es mir, in den Zug zu gelangen. Als wir in Monterosso ankamen, waren wir froh, dass wir in dem brechend vollen Zug nur eine Station weit fahren mussten.
Monterosse Al Mare ist eher nichts sagend, zudem wurde die Ansicht auf die Kirche und den Ort durch die Bahnlinie verunstaltet. Eine Besonderheit hat Monterosse aber doch zu bieten. Ist hier doch das einzige Stückchen Strand im ganzen
Monterosse verfügt über den einzigen Strand.
Nationalpark zu finden. Im Ort war es aber dann angenehmer als in Corniglia und Vernaza. Es waren auch hier viele Menschen unterwegs, solche Massen wie Vernazza blieben uns aber in Monterosso erspart.
Für den zweiten Tag hatte ich mir vorgenommen auf die geplante Wanderung zu verzichten und statt dessen die beiden Orte Manarolo und Riomaggiore zu besuchen. Im Zug stellte ich fest, dass andere aus der Reisegruppe dieselbe Idee hatten. So hieß unsere erste Station nicht Corniglia sondern Manarolo. Da wir uns an diesem Tag früher auf den Weg gemacht hatten, war Manarolo noch menschenleer. Der Ort ist wiederum malerisch in eine Bucht gebaut worden. Von der Architektur kaum von den anderen zu unterscheiden. Auch hier gab es einen Hauptweg und unzählige enge Gassen, die über steile Treppen nach oben führten. Die Via dell´Amore (Weg der Liebe) führt von Manarolo nach Riomaggiore und wurde in den steilen Klippen angelegt. Der Weg zwischen den beiden Orten ist ein gemütlicher Spaziergang.
Riomaggiore weißt ein ganz besondere Merkmal auf. Hier gibt es einen Parkplatz für Boote. Der Hafen wurde ebenfalls durch einen Wellenbrecher geschützt. In Riomaggiore war es auch angenehmer als am Vortag in Corniglia und Vernazza. Zwar waren auch hier unzählige Menschen unterwegs, aber bei weitem keine solchen Massen. Der Ort erstreckt sich vom Meer weg hoch in die Klippen hinauf was es wiederum notwendig machte die Steilen Treppen zu benutzen.Nachdem wir Riomaggiore hinter uns gelassen hatten, kehrten wir nach Manarolo zurück. Hier bot sich am Nachmittag ein ähnliches Bild, viele Menschen aber keine Menschenmassen. Diese genossen die Sonne und bestaunten die Architektur des Ortes.Als Fazit dieser Reise kann ich nur Sagen, dass der Nationalpark Cinque Terre absolut sehens- und erlebenswert ist. Man sollte sich aber genau überlegen, zu welcher Zeit man dort hinfährt. In der Nebensaison ist es Ruhiger und man hat mehr Ruhe zum Genießen.
So leer sind die Wanderwege nur selten.
 
Wellenbrecher schützen die Orte.
 
Buchtipp
 
 
Consorzio Turistico Cinque Terre
Tourismusverband der Region Cinque Terre
www.5-terre.net
Die Cinque Terre
Cinque Terre: Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola, Riomaggiore. Die Fünf Dörfer an der ligurischen Riviera.
www.lecinqueterre.org/